© 2011 Boys Don't Cook Labskaus

Besuch in Bremen

Ein Berliner Künstler startete vor einiger Zeit den Versuch, dem Deutschen Korn ein modernes Image zu verpassen. Mit einer Designflasche und dem Label „Das Korn“ schien aus dem Schnaps über Nacht ein neues In-Getränk geworden zu sein.

Ob der Mann zunächst auf der Skala der Produkte mit den schlechtesten Imagewerten recherchierte und sich danach dem Korn widmete, ist nicht überliefert. Sehr wahrscheinlich ist es nicht, denn ansonsten hätte er sich vermutlich dem weitaus schwieriger zu vermarktenden Produkt gewidmet: dem Labskaus.

Labskaus ist so etwas wie die hässliche Mitschülerin, die einen in Mathe abschreiben lässt, mit der man sich aber nicht zusammen auf dem Schulhof blicken lassen möchte. Ich selbst ziehe es daher vor, Labskaus entweder alleine oder in Gegenwart von männlichen Freunden zu mir zu nehmen. Fleischgenuss per se, verlangt den Damen schon viel Toleranz ab. Bei Labskaus versagen jegliche diplomatischen Mechanismen.

Kaum vorstellbar also, dass die rötlich-braune Masse in eine Designflasche gepresst und mit dem Etikett „Das Labskaus“ versehen mehr Käufer anziehen würde. Daher umhüllt man ihn lieber mit einer Metallhülle und versieht das Etikett mit triefender Seefahrtromantik.

Warum ich das schreibe? Ich bin in Bremen. Auch so einer Art Labskaus…

Das Korn

Post a Comment

Your email is never published nor shared. Required fields are marked *

*
*

You may use these HTML tags and attributes: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>